Partizipation

Ein großes Wort. Teilhaben lassen. Nicht einfach nur „Share this“ als Klick. Die Bürgerbühne in Mannheim lebt ja nicht nur von den Produktionen, sondern auch mit den Workshops und Clubs. Die Auseinandersetzung mit dem Leben und Sterben, am und durch das Theater, hat sich der „Club der Lebenden“ vorgenommen. (Der Club selbst wird hier noch gesondert darzustellen sein).

Der Leiter des Clubs Tarik Goetzke inszeniert am Theater demnächst Santa Monica von Akın E. Sipal. „Eine Geschichte über Angst, Schmerz, Hoffnung.“ Erschienen im Suhrkamp-Verlag und ausgezeichnet mit dem Förderpreis für Literatur der Hamburger Kulturbehörde.

Tarik Goetzke hat Akın E. Sipal eingeladen sein Stück vorzulesen, als Teil der Vorbereitung zur Inszenierung. Und die Lesung sollte intern im „Club der Lebenden“ stattfinden. Und dazu wurden auch die Teilnehmer der anderen Clubs geladen. Und Akin las.
santa1Die Profis lesen mit, notieren, arbeiten.
santa2Und wie er las. Atemberaubend, nur mit 5 Minuten Unterbrechung, das ganze Stück. Als wäre es lyrische Prosa. Über eine Stunde und keine Sekunde war langweilig. Ich war schon in vielen Lesungen, aber derart spannend, intensiv, mitreißend und doch distanziert, als ob er seinen Worten nicht ganz trauen würde, so frisch verliebt in sie, habe ich schon lange nichts mehr von einem Autor gehört, vielleicht nur Raoul Schrott bei lesen.hören, vor Jahren.

Ich will vor der Premiere nicht viel zu dem Stück selbst sagen. Es muss erst auf die Bühne, dort wirken, beweisen, dass dieses Wortkaskaden mit den teuflisch guten Bildern, der fast schnoddrigen Sprache, die doch Schmerz beschreibt, Theater ergibt. Ich bin höllisch gespannt darauf, was da im März 2015 auf die Bühne kommt.

Einen Textauszug kann man auf der Hamburger Seite zum Förderpreis nachlesen. Als „Suhrkamp-Blogger“ fand ich ein Essay von Akın E Sipal zu Harold Brodkeys “Die flüchtige Seele“. Einen Wikipedia-Eintrag hat der junge Autor noch nicht, das wird sich bestimmt ändern!

Eine wirklich bemerkenswerte Lesung. Danke für das Teilhaben lassen. Partizipation, wie gesagt.

Und ich kann mir nicht verkneifen darauf hinzuweisen, dass ein fast gleichaltriger junger Autor in Mannheim, wohl unweit der Bürgerbühnen-Unterkunft in Mannheims Quadrat R 4, 7, mit einer Lesung beinahe seine Karriere ruiniert hätte. Ich bin kein Historiker, habe das nicht verifiziert, aber die Geschichte gefällt mir immer wieder. Ich zitiere hier aus einem Google-Scan des Buches „Schillers Flucht aus Stuttgart“ von 1836, erschienen bei der Cotta’schen Verlagsbuchhandlung von Andreas Streicher. (Screenshot)
santa3Man stelle sich vor, dass niemand hätte zitieren können: „Der Mohr hat seine Arbeit gethan, der Mohr kann gehen.” Und wir heute nicht über das Wort „Mohr“ im Theater debattieren könnten … aber das ist dann wiedereinmal eine andere Geschichte.

Bürgerweihnacht

Ich bin ja nicht so sehr der Weihnachtstyp, eher im Gegenteil, aber das ist eine andere Geschichte. Wer das wissen will, soll kommentieren, ich melde mich dann :)
Aber wenn das Nationaltheater zur Weihnnachtsfeier seiner Mannheimer Bürgerbühne lädt, dann siegt die Neugier.

Und tatsächlich wird das ganz groß!
MBBWEIHNACHTAuf Twitter vom @NtheaterMa-Twitteraccount angekündigt: Die Koordinatorin der Bürgerbühne Stefanie Bub schmückt persönlich den Christbaum.

Mein erstes Bild und auch heute kein Netz in der Lobby des Werkhaus’, so dick die Mauern aus Beton. Twittern geht nicht, muss ich mir auch keinen #Hashtag ausdenken. Notiz an mich: Im Werkhaus müssen es keine Handy-Fotos für Twitter sein. (Bitte keine Verschwörungstheorien zu Online-Aktivitäten im Theater. Das Werkhaus ist zwar jung, aber älter als das Internet! :) )
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Auch die Intendanz in Gestalt von Burkhard C. Kosminski sagt Guten Tag, bedankt sich, bringt gute Wünsche. Die Bürgerbühne ist nicht einfach nur so, gell!

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Wenn eine Bürgerbühne feiert, liegt es nahe Bürger-Theater zu machen. Drei Damen vom „Club der Lebenden“ mit ihrem Chef Tarik Goetzke lesen uns szenisch aus „Seymoure“ von Anne Leppner vor.

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Matthias Thömmes Weihnachten!

Der Schauspieler des Schauspiel-Ensembles Matthias Thömmes verrät uns, wie sein Weihnachten aussehen wird.

Matthias Thoemmes

Matthias Thömmes

So stimme ich mich auf Weihnachten ein
In der Weihnachtszeit habe ich erstmal bis zum 17. Dezember Proben und spiele insgesamt 12 Vorstellungen. Zur Einstimmung werden zuhause Kekse gebacken, der Adventkalender geplündert und ein wenig geschmückt, aber eigentlich kommt die  weihnachtliche Stimmung erst so richtig auf, wenn ich bei meinen Eltern am “Heilig Morgen” den Baum schmücke und wir zur Christmette gehen.

So werden ich Weihnachten feiern
Bei meinen Eltern, mit meinen Geschwistern und das recht gemütlich.

Darauf freue ich mich besonders
Auf meine Geschwister und auf den Moment, wenn sie sich über meine Geschenke freuen.

Das wünsche ich mir zum Fest
Sehr viele unterschiedliche Dinge, die in den wenigsten Fällen etwas mit Geld zu tun haben.

Meine Ideen zum diesjährigen Weihnachtsbaum
Grün, groß, buschig, schön, wenn auch nicht zu umfangreich. Seit einem bösen Brand in unserem Bekanntenkreis schmücken wir ihn aber ohne Kerzen.

Das Festtagsessen
Es gibt bei uns kein traditionelles Weihnachtsessen. Meine Schwestern und ich überlegen uns zur Zeit, was es wird.

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Matthias Thömmes (rechts) lässt in DIE GLASMENAGERIE einen Engel (Martin Aselmann) durchs Zimmer gehen.

Wittmers und Pilgrims Weihnachten

Einblick in die Weihnachtsfeier von zwei unserer Opernensemblemitgliedern: Tenor Raphael Wittmer und Bass Sebastian Pilgrim.

Raphael Wittmer

Raphael Wittmer

Weihnachten feiere ich dieses Jahr im engen Familienkreis in Luzern in der Schweiz. Nach der Bescherung am 24.12. geht man bei uns traditionell zum Mitternachtsgottesdienst. Musiziert wird in diesem Rahmen die Missa brevis in D von Franz Xaver Brixi, die ich als Tenorsolist mitgestalten werde.

Sebastian Pilgrim

Sebastian Pilgrim

Ich verbringe Weihnachten sehr gemächlich mit meiner Familie zuhause. Meine Frau und ich bekochen dann unsere Gäste. Geschenke bekommt aber nur, wer etwas vorgetragen hat; ein Lied, ein Musikstück, ein Gedicht …

 Was tragt ihr vor, um ein Geschenk zu bekommen?

 

Sebastian Brummers Weihnachten!

Der Schauspieler des Schnawwl-Ensembles Sebastian Brummer verrät uns, wie sein Weihnachten aussehen wird.

5924_th1_sebastian_brummerSo stimme ich mich auf Weihnachten ein
Normalerweise ist das Spielen des Familienstücks zur Weihnachtszeit der untrügliche Hinweis, dass Weihnachten vor der Tür steht, aber da ich dieses Jahr anders besetzt bin, stimme ich mich hautsächlich mit Lebkuchen auf die Weihnachtszeit ein.

So werden ich Weihnachten feiern
Diese Jahr zu ersten Mal nicht mit der ganzen Familie in Göttingen bei meinen Eltern, sondern mit meiner Freundin und unserer Tochter Nais (im Februar 2014 geboren) in Mannheim. Wie wissen wir noch gar nicht…werden wohl eher kurzfristig was planen.

Darauf freue ich mich besonders
Ich freue mich vor allem auf etwas Ruhe und vielleicht auch Schnee … aber gibt’s den in Mannheim überhaupt? Ich lass mich überraschen.

Das wünsche ich mir zum Fest
Dass alle um mich rum gesund und fröhlich sind. Langweilig, aber tatsächlich fällt mir gerade kaum was Materielles ein. Obwohl … ein paar neue Pullover auf denen noch keine Baby-Kotz-Flecken sind, wären praktisch.

Meine Ideen zum diesjährigen Weihnachtsbaum
Bin noch am Überlegen, welche Größe es dieses Jahr werden soll. Schätze eher ein sehr kleiner Baum in großen Blumentopf – dann gerne mit maximal kitschigem Weihnachtsschmuck. In den letzten Jahren war’s öfter bei mir in der Wohnung nur was Gebasteltes, wie das Klebebandmodell auf dem Foto hier:

blog seb

Das Festtagsessen
Weiß ich auch noch gar nicht (furchtbar!) – Darum sollte ich mich mal kümmern. Beim Beantworten dieser Fragen fällt mir auf, dass ich eigentlich noch gar nicht richtig auf Weihnachten vorbereitet bin. Mach ich alles nach der nächsten Premiere (Der Schattenjunge am 5.12.).

Na dann, TOI TOI TOI (unsererseits!)