Mischpoke!

Über Jahre habe ich beruflich eng mit israelischen Kollegen zusammenarbeiten können, war zu zahlreichen Meetings in Israel, konnte ein wenig Einblick in die jüdische Kultur gewinnen, habe zu selten die Gelegenheit genutzt, das phantastische Israel Philharmonic Orchestra zu erleben. Habe einen Eindruck gewonnen von der Mentalität des sich Durchsetzens, Wege zu finden ans Ziel zu kommen, unerschütterlichem Selbstbewusstsein. Habe beobachtet, dass die jüdische Religionszugehörigkeit kompatibel ist mit allen politischen Richtungen von ganz links bis ganz rechts.  Zu differenzieren, in wie weit der jüdische Glaube vs. der Jahrzehnte lang von vielen Seiten bedrohte Staat vs. die Holocaust-Erfahrung der vorhergehenden Generationen meiner Kollegen ihre Mentalität und Lebensart beeinflusst haben, fällt mir schwer. Vielleicht ist es gar nicht möglich, es kommt ja alles zusammen.

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“Mischpoke”, Die Bürgerbühne, Staatsschauspiel Dresden

Wie leben Juden in Deutschland? Bewusste persönliche Begegnungen sind mir nicht in Erinnerung. Umso mehr bin ich gespannt auf die Produktion der Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden, in die 10 Jüdinnen und Juden aus Dresden ihre Lebenserfahrungen eingebracht haben, ihre Persönlichkeit, ihre jüdische Identität (vermutlich weniger geprägt durch die israelische Gesellschaft). Gespannt auf die Mischpoke, die da zusammenkommt. Und auf das Theaterstück, das daraus entstanden ist (Uraufführung am 28.02.15 in Dresden, Toi Toi Toi!).

In freudiger Erwartung auf den Abend des 27.03.15: Mischpoke beim 2. Bürgerbühnenfestival am NTM.

Infos und Karten gibt es hier.